Sonntagsausflug, mit dem Fahrrad an den Baldeneysee, 9. Dezember, graue, wegglucksende Wellen, windiger Tag, zum Wehr nach Werden hin, das Wasser steht hoch, ein mächtiges Rauschen da unten, ein Schleier Gischt weht bis nach oben zu mir auf die Brücke, der Geschmack des brackigen, irgendwie grün schmeckenden Flusswassers, wie damals im Kanuclub, Eskimorolle in die Erinnerung, Club Essener Wanderpaddler, CEW, das Fahrtenbuch mit goldener Nadel hab ich noch irgendwo, weiter auf der andern Seite, Haus Scheppen eine Wasserburg, bewacht von kaffeetrinkenden Bikern, Fotos von Joachim Brohm fallen mir ein, erst neulich gesehen, ein Abflussrohr ragt in den schlammigen See, Ruhr 1980, auf der anderen Seite Heisingen, aber den Kirchturm ausgespart, das Lieblingsmotiv meines Vaters -
weiter Richtung Kupferdreh, auf der anderen Seite das Naturschutzgebiet, Nester in den Bäumen, Eisenbahnbrücke, die Schienen sind längst weg, aber immer noch die mächtigen Betonpfeiler, Geschichten von früher, Geraune, einer springt vom Pfeiler in ein Boot, ertrinkt, viel Gerede, aber in den Ruhrauen, da war ich wirklich, mit den Wölflingen, und das Mädchen mit dem „Schlafzimmerblick“, wie Andrea sagte, war auch da, inmitten einer Gruppe von Jungen, als hätte sie auf mich gewartet, wie bestellt am Seeufer, merkwürdiger Ausflug war das, zu Fuß mit den Kindern runter zum See, ein kleines Mädchen hatte ich auf dem Schultern sitzen, die fühlte sich wohl.
Zeit müsste man haben, um alles aufzuschreiben.