Am Wochenende war ich in Berlin, die Eugène Atget-Retrospektive lockte mich in den Martin-Gropius-Bau. Absolut sehenswert, die Pariser Fotos aus den Jahren um die Jahrhundertwende bis zur Mitte der 20er Jahre, als Atget von den Surrealisten entdeckt wurde. Eugène Atget ist der Chronist der Stadt, er fotografierte ganze Serien: Straßenszenen, Hinterhöfe, Geschäftsauslagen, Parks und Grünanlagen, Rummelplätze, dazu Porträts von Verkäufern, Straßenhändlern, Hausierern, Lumpensammlern, Clochards oder Prostituierten. Die ganze Welt des alten Paris hat dieses Fotograf dokumentiert.
Meine Lieblingsbilder sind die Aufnahmen der Schaufenster. Hinter dem Glas kann man einzelne Gesichter entdecken, stumme Gesichte wie in einem Traum, während sich der Himmel oder die Häuser und manchmal auch das mit einer schwarzen Decke verhüllte Stativ in den Schaufenstern spiegeln und überlagern. Ganz große Kunst.



