Theodoros Angelopoulos gestorben

Kennengelernt habe ich die großartigen, fremden, sperrigen und poetischen Filme von Angelopoulos Anfang der 90er Jahre, im Filmclub Münster. “Der Bienenzüchter” mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle lief dort oder “Die Wanderschauspieler”, “Landschaft im Nebel” und dann 1991 “Der schwebende Schritt des Storches”, ebenfalls mit Mastroianni und Jeanne Moreau. Eine Elegie aus dem griechisch-albanischen Grenzgebiet, eine Geschichte über Migration, Vertreibung, Suche anch Identität und staatliche Gewalt. Gedreht in den berühmnten “langen” Einstellungen, ein Film wie ein Gedicht.
Damals galt Angelopoulos als einer der wichtigsten Autorenfilmer Europas, gefeiert vor allem auf den Festivals. Danach, muss ich gestehen, habe ich Angelopoulos etwas aus dem Blick veloren, “Die Ewigkeit und ein Tag” mit Bruno Ganz oder “Der Blick des Odysseus” habe ich verpasst.
Gestern ist Theodoros Angelopoulos bei einem Unfall während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film “Das andere Meer” gestorben.
Der Filmhistoriker David Thomson schrieb über Angelpoulos: “It is hard for anyone to study Angelopoulos properly. The films deserve large screens – but one would settle for wretched video versions. Film culture has come a long way since the days when it was impossible to see ‘old’ films in any form. Nevertheless, it is the case that many people who take the medium seriously have scarcely heard of, let alone encountered, the work of a master. And there are so few masters left now.”
Angelopoulos bei imdb

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