Bald im Kino: “Die Reise des Personalmanagers”

Er ist eigentlich ein ganz armer Hund. Seine Frau hat ihn rausgeschmissen, seine Tochter nimmt ihn nicht ernst, und dann passiert diese böse Geschichte mit der unbekannten Toten, und der unglückliche Personalmanager einer Großbäckerei in Israel wächst über sich hinaus. Eine Gastarbeiterin ist bei einem Selbstmordattentat getötet worden, die Frau hat keine Angehörigen mehr, und so macht sich der Personalmanager, der im Film keinen Namen hat, mit dem Sarg auf eine Odyssee in das Heimatland der Toten – nach Rumänien.

Die Filme des israelischen Regisseurs Eran Riklis, wie zum Beispiel “Die syrische Braut”, jonglieren gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Tragik und Komik. Israel ist hier ein kaltes, dunkles, verregnetes Land im permanenten Ausnahmezustand. Todtraurig das Schicksal der Arbeitsmigrantin Julia, die in der Bäckerei die Drecksarbeit gemacht hat, und dann bei einem Anschlag umkommt. Ein schmieriger Boulevard-Journalist nimmt sich der Sache an, der Personalmanager bekommt Druck von seine Chefin, und dann beginnt ein groteskes, bisweilen sehr komisches Road-Movie. Unser Held, sehr eindringlich gespielt von Mark Ivanir, entdeckt lange verborgene Vatergefühle, als er in Rumänien den reichlich verwilderten 14-jährigen Sohn der Toten kennenlernt.
Schließlich landen beide in einem ausrangierten Panzer im Heimatdorf der Toten, aber auch hier, am Ende der Welt, ist die Reise noch nicht zu Ende. Nächstes Jahr in Jerusalem…
Riklis’ Film ist vor allem in der ersten Hälfte spannend und unorthodox, danach wird manches zu überdeutlich. Trotzdem sollte man “Die Reise des Personalmanagers” nicht verpassen. Ab 1. Dezember im Kino.
Filmsite

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