Mark Rothko in der Hamburger Kunsthalle

Unbedingt empfehlenswert ist die große Rothko-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle. Soviele Rothkos werden nicht mehr zu einer Ausstellung zusammenkommen, dafür sind die Werke des amerikansichen Künstlers, der 1970 in seinem Atelier Selbstmord beging, viel zu teuer geworden. In Hamburg lässt sich die Genese eines Malers von expressionistischen Anfängen in den dreißiger Jahren gut studieren. Immer wieder malt Rothko Menschen in der New Yorker U-Bahn, die Gesichter sind schon verwischt. In den 40er Jahren folgen große mythologische Entwürfe, höchst dynamische Tableaus, bevor dann die Farbe leuchtet in den zumeist großformatigen Arrangements, die auf dem Kunstmarkt mittlerweile Höchstpreise erzielen.

Mit einem Label wie “Abstrakter Expressionismus” kommt man bei Rothko nicht viel weiter: selten strahlte Farbe so konkret und autonom und schon wieder fast überirdisch wie in diesen Gemälden, von denen etwas nachhaltig Existentielles ausgeht: “Ich bin kein Abstraktionist. Mich interessiert nicht das Verhältnis von Farbe und Form oder irgend so etwas. Mich interessiern nur die grundlegenden menschlichen Emotionen: Tragödie, Ekstase, Schicksal”. Davon kann man sich in Hamburg überzeugen. Bis 24. August.

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