Wenn Ophelia schwermütig wird

Heute ist Weltbuchtag, der 23. April, und erst einmal fragt der geneigte Leser: na und? Am 23. April 1616 starb Cervantes, und am 23. April 1564 wurde Shakespeare geboren, auch wenn das nicht ganz sicher ist. Okay, das leuchtet ein, zwei Klassiker, die über jeden Zweifel erhaben sind. Mein Problem ist nur, dass ich von Cervantes’ windmühlenbekämpfenden “Don Quijote” höchstens 100 Seiten gelesen habe, und dies auch schon vor sehr langer Zeit. Meine schöne dtv-Dünndruckausgabe stammt von 1979.

Bei Shakespeare sieht es etwas besser, vielleicht 10 Dramen habe ich ganz geschafft, was nicht viel ist für einen Anglisten. Sehr wenig sogar, wenn ich ehrlich bin. Selbst den “Hamlet” habe ich neulich wieder nur bis zur Hälfte geschafft, fast das ganze Personal lebte noch. Ophelia wurde schon etwas schwermütig, mehr nicht.

Aktuell liegen Martin Mosebachs Indien-Reportagen “Stadt der wilden Hunde” auf meinem Schriebtisch, auch schon seit zwei Wochen. Wieso komme ich nicht mehr zum Lesen? Weil Fernsehen, Internet und Kino einfach nicht so anstrengend sind. Gute Bücher gibt es ja wohl genug, immerhin habe ich Marcel Beyers neuen Roman “Kaltenburg” über Ostern verschlungen. Die Besprechung findet sich hier. Oder hier.

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